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Nach Lockdown im Frühjahr: Durchschnittlicher Bruttomonatsverdienst stieg im Sommer mit 4 198 Euro wieder leicht an

16. Dezember 2020 | Gesellschaft, Leitartikel, Metropolregion, Politik, Stellenmarkt, Wirtschaft

Baden-Württemberg: Das Niveau des Vorjahres wurde aber nicht erreicht

Der Bruttomonatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich betrug im Land Baden-Württemberg nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes im 3. Quartal 2020 im Durchschnitt 4 198 Euro (ohne Sonderzahlungen). Das entspricht einem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 25,79 Euro.Damit ist zwar der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst im Vergleich zum Vorquartal gestiegen (3,7 %), gegenüber dem Vorjahresquartal liegt er aber weiterhin im Minus (−1,9 %).Infolge der Corona-Krise mussten viele Unternehmen im 2. Quartal 2020 Kurzarbeit anmelden. Kurzarbeit ist eine sogenannte Lohnersatzleistung, die von der Bundesagentur für Arbeit ausgezahlt wird. In den im Rahmen der Verdienststatistik erhobenen Bruttoverdiensten ist das Kurzarbeitergeld nicht enthalten, so dass die Bruttomonatsverdienste im 2. Quartal 2020 deutlich niedriger ausfielen als noch im 2. Quartal 2019. Mit der Lockerung der pandemiebedingten Maßnahmen im 3. Quartal 2020 waren zwar weniger Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen, so dass die Monatsverdienste gegenüber dem 2. Quartal wieder anstiegen, die Ergebnisse der Verdienststatistik für das 3. Quartal offenbaren jedoch, dass auch im Sommer 2020 viele Unternehmen im Land Kurzarbeit in Anspruch nehmen mussten.Besonders betroffen waren die Branchen Kunst, Unterhaltung und Erholung sowie das Gastgewerbe: So erhielten in Vollzeit Beschäftigte im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung, also z. B. in Kultureinrichtungen, Vergnügungsparks, Fitnesszentren u. a. von ihrem Arbeitgeber durchschnittlich 3 373 Euro/Monat und damit 7,4 % mehr als im 2. Quartal. Gegenüber dem 3. Quartal 2019 (3 786 Euro/Monat) sind das aber immer noch 10,9 % weniger. Eine Vollzeitkraft im Gastgewerbe, zu dem sowohl das Beherbergungsgewerbe als auch die Gastronomie zählen, erhielt mit 2 357 Euro brutto im Monat im Schnitt sogar 38,3 % mehr Entgelt als im Vorquartal. Relativ zum 3. Quartal 2019 (2 566 Euro/Monat) war dies aber immer noch ein Minus von 8,1 % und damit ein deutlich geringerer Bruttomonatsverdienst.Insgesamt verzeichnete das Produzierende Gewerbe mit einem Plus von 4,8 % beim Bruttomonatslohn von Vollzeitbeschäftigten gegenüber dem 2. Quartal 2020 eine höhere Steigerungsrate als der Dienstleistungsbereich mit einem Plus von 2,7 %. Im Vergleich mit dem Vorjahr konnte das Dienstleistungsgewerbe dabei aber mit −0,8 % insgesamt einen deutlich geringeren Rückgang verzeichnen als das Produzierende Gewerbe mit einem Minus von 3 %.Dennoch zeigt eine Gegenüberstellung des Dienstleistungsbereichs mit dem Produzierenden Gewerbe, dass Beschäftigte im Dienstleistungssektor auch im 3. Quartal 2020 mit durchschnittlich 4 086 Euro brutto im Monat weniger nach Hause brachten als Vollzeittätige im Produzierenden Gewerbe, deren Bruttomonatslohn mit 4 330 Euro um 244 Euro höher lag.Während die Bruttomonatsverdienste im Durchschnitt wieder stiegen, sanken die Bruttostundenlöhne der Vollzeittätigen im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich verglichen mit dem Vorquartal um 0,5 %. Dies erklärt sich dadurch, dass die Bruttostundenlöhne im 2. Quartal rechnerisch verhältnismäßig hoch waren. Viele Betriebe schickten ihre Beschäftigten im 2. Quartal in Kurzarbeit und die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes durch einige Betriebe, bei gleichzeitig erheblich geringerer Anzahl an geleisteten Arbeitsstunden, ließ den Stundenlohn insgesamt statistisch stärker steigen als es bei der konjunkturellen Lage zu erwarten gewesen wäre.

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